Die Sache mit #1..dem Mama sein

Anfang März kam nach 9 Monaten zwischen Übelkeit, Kreuzweh und Unibüchern Emma zur Welt. Die Geburt lassen wir an dieser Stelle aus, euretwegen und für alle Frauen die in Zukunft vor haben auch als dieses noch gesehen zu werden.

Die ersten Wochen sind schwer, schlaflos und verdammt anstrengend. Wer euch was anderes erzählt lügt. Ich habe gestillt, sehr sehr gerne, weil mal ehrlich – das ist jawohl mit die beste Erfindung der Welt! Immer dabei, immer richtige Temperatur, überall machbar. Dabei war mir zwischendurch auch das ein oder andere mal nach Schnaps. Denn nochmal ehrlich – du schläfst nicht, weinst andauernd ohne Grund (Hormone ihr Schweine!), kommst kaum dazu zu essen geschweige denn dich mal in Ruhe hinzusetzen. Und das nach dem ganzen Geburtstrara! Andauernd möchte jemand zu Besuch kommen, dabei fühlst du dich alles andere als nach Menschen.

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Mittlerweile bin ich mittendrin. Wir sind eingespielt, ein gutes Team. Das Stillen wollte die Kleine recht schnell nicht mehr, was okay war. Jeder Tag ist voller Liebe und ich bin seit dem unfassbar geerdet. Irgendwie entspannter. Und ständig mit dem Ego „wenn ich das geschafft hab, verdammt dann schaff ich alles!“ Und das ist auch so. Der Körper funktioniert nach 3 Stunden Halbschlaf genau so wie nach 8, alles läuft ganz automatisch. Intuition ist alles. Und das Gefühl gebraucht zu werden, mit großen Augen morgens angelacht zu werden, ist größer als jedes andere, das ich je erfahren habe. Das klingt jetzt alles nach rosaroten Wolken, Regenbogen und Einhörnern. Aber naja, ganz so läuft das nicht..

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Alles ist verändert, der Lebensmittelpunkt konzentriert sich auf 77cm Menschenwesen, um aus dem Haus zu kommen muss mindestens ne halbe Stunde gerechnet werden, Termine werden vergessen, Freundschaften lassen nach. Aber es ist eben auch nicht ganz so schlimm wie es oft dargestellt wird. Vorab, natürlich ist jedes Baby anders, jede Mutter dementsprechend auch. Aber um ehrlich zu sein verstehe ich die großen Klagen der anderen Mütter in der Hallenbadkabine beim Babyschwimmen nicht immer.

Emma und ich, wir machen alles gemeinsam. Wir gehen mit meinen Freunden Kaffee trinken, shoppen, wir schmeißen den Haushalt und essen gemeinsam. Das haben wir von Anfang an. Aber natürlich spielt ein Baby, das sonst jeden Tag zuhause auf seiner Decke liegt, nicht mit wenn Mama mal mitten in der Stadt sich einfach mit einer, in dem Moment, Fremden zum Käffchen trinken trifft und es selbst muss im Kinderwagen auf einmal ganz alleine spielen. Wir haben das von Anfang an so gehandhabt. Noch ist Emma nicht mobil genug um mir am Rockzipfel zu hängen weil sie still sitzen muss. Dass das noch ganz anders und besonders dicke kommt weiß ich ganz genau. Aber bis dahin, spielt auch Mama ne Rolle. Und auf keiner Weise möchte ich als Vorbild für andere Mamas dienen. Alles was damit gesagt werden soll ist, dass wir nicht nur Mamas sind. Dass unsere Auszeit nicht darin bestehen kann, wenn wir abends bereits mit einem schlafenden Auge das verdiente Weißweinschorle mischen, das dann wieder verschütten weil wir über sämtliche Spielsachen stolpern, weil das Flurlicht das Baby wecken könnte, uns auf die Lippe beißen, das Shirt in die eh schon volle Waschmaschine stopfen um uns anschließend nach einem Schluck ins Badezimmer zu schleppen um das Make-up nach 2 Tagen endlich mal richtig zu entfernen, welches wir uns in Windeseile mit Baby auf dem Arm eh nur so halbledig aufgetragen haben.

Denn mal ehrlich, wir Muttis, wir geben verdammt viel auf. Körperlich, seelisch, psychisch. Zwischen Windel wechseln, Füttern und kopfloses Tiergeräusche nachahmen, muss eben auch mal ein Gespräch über etwas anderes drin sein. Emma macht da super mit, freut sich über unsre Begleitung, spielt oder quakt vor sich hin. Und das ist verdammt nochmal super wichtig. Falls ihr also selbst mal gegenüber einer ungeduschten, nicht frisch geschminkten Mutti sitzt, die kurz mal einfach den Mund halten möchte und diesen Kaffee genießen, dann lasst sie. Sagt ihr wie toll sie aussieht, wie süß ihr Kind ist – und dann wechselt das Thema! Erzählt von euch, von irgendwas. Aber bitte fragt nicht nach wie die Nacht war oder was das Baby denn jetzt schon alles kann. Denn irgendwo zwischen heldenhaftem Tag meistern, sind wir eben auch nur Menschen. Und wir sind nach Tagen, die wir nicht auf der Babydecke im Wohnzimmer verbracht haben, ganz sicher auch noch mehr geschafft als sonst. Aber so lange wir nicht zwischen Job,Beziehung, Haushalt und Kind jonglieren müssen, da sollten wir es uns eben auch gut gehen lassen. Dazu gehört auch, das kleine Goldstück mal abzugeben. Einfach nur um ohne Publikum zu duschen, zu frühstücken ohne fünf mal aufstehen zu müssen und sich mal ne Minute in absoluter Stille hinzusetzen. Das sagt auf keiner Sprache dieser Welt dass man schlechtere Mutter ist, sein Kind weniger liebt als andere oder man der Aufgabe nicht gewachsen ist. Und es ist das furchtbarste dieser Welt, dass wir Mütter untereinander so verurteilend damit umgehen. Mit allem umgehen.

Wir alle, haben unbekannter Weise, ähnliche Geschichte. Egal wie alt, egal wie oft Mutter, egal welcher Kinderwagen und egal wie sehr das Baby brüllt – nicken wir uns wenigstens doch anerkennend zu wenn sich unsere Wege gehetzt auf der Straße kreuzen!

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